Welche U-Verlagerungen gab es in NRW?

Bei uns in Nordrhein-Westfalen befand sich die größte unterirdische Fabrikationsanlage in einer Schiefergrube im Sauerland: Es handelte sich dabei um die U-Verlagerung Blindschleiche mit einer Produktionsfläche von 115.000m². Zudem gab es noch einige Ballungsräume, wo viele der ehemaligen Rüstungswerke des deutschen Reiches in einem Gebiet von wenigen km² lagen:

- Im Großraum Minden und Porta Westfalica (im Wiehengebirge und im Wesergebirge) befanden sich unter anderem die U-Verlagerungen Kröte, Barsch, Elritze, Dachs I, D1-3, Silberfisch, Pottwal, Stöhr I und II und Weserhütte

- Im Großraum Wuppertal und Ennepe-Ruhr-Kreis (im Bergischen Land) gab es ebenfalls eine große Ansammlung von U-Verlagerungen, wie zum Beispiel: Meise I, Kauz, Kryolit, Goldammer, Buchfink, Bernstein, Blutstein, Sardelle, Trusche, Schwerspat und Falke.

Desweiteren befanden sich noch viele Untertage-Verlagerungen in den Gebieten rund um Hagen, Iserlohn und Bad Berleburg. U-Verlagerung Schlammpeitzger
Oft nahmen die Rüstungsbetriebe nur einen Teil von großen Bergwerken ein, so dass noch genug Platz für die Einlagerung von Kunst- und Kulturgütern, oder für Lebensmittelvorräte und Genussmittel (wie Zigarren und Parfum) vorhanden war. Ein gutes Beispiel dafür war die U-Verlagerung
Schlammpeitzger in den Ofenkaulen. (Bild links)

Im Münsterland und in Münster selber gab es mangels Bergen keine unterirdischen Fabrikationsanlagen. Begibt man sich jedoch in den benachbarten Kreis Steinfurt, so findet man noch einige der ehemaligen U-Verlagerungen. Alleine im Tecklenburger Land gab es drei U-Verlagerungen, die sich allesamt im Teutoburger Wald befanden. Eine weitere U-Verlagerung befand sich in der Kreisstadt Steinfurt. Die Firma Ludwig Hansen aus Münster (Flugzeugproduktion) musste wegen der ständigen Bombenangriffe auf das Südviertel in Münster  in die Luftschutzkeller einer Weberei in Steinfurt umziehen.
In einem Kalksteinbruch bei Rheine versteckte sich eine weitere U-Verlagerung in einem Stollensystem.

Teilweise sind die Berichte über die U-Verlagerungen in NRW und im Münsterland schon auf unserer Hauptseite veröffentlich worden, wir werden aber auch die noch fehlenden U-Verlagerungen nach und nach ergänzen, obwohl es sich immer als sehr schwer erweist, Informationen zu den einzelnen Objekten zu bekommen. Schließlich waren die Anlagen schon vor 60 Jahren geheime Kommandosache und alle Akten und Karten wurden vernichtet.

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